DER BOREALE NADELWALD - von A.Gaertner & D.Oppitz

Einleitung

Rund um die nördliche Hemisphäre, in den subarktischen Breiten, erstreckt sich ein breites Band immergrüner Nadelwälder. Innerhalb dieser Zone ist die Vegetationszeit nur kurz und der Winter lang und kalt. Hier wachsen keine großblättrigen, Laub abwerfenden Bäume, denn diese benötigen eine längere Wachstumsperiode, um ihre Blätter auszubilden, als es im subarktischen Klima ermöglicht wird. Immergrüne Bäume sind ab einer bestimmten Lufttemperatur hingegen jederzeit in der Lage, Photosynthese zu betreiben. Außerdem halten die kompakten, zylindrisch geformten, nadelartigen Blätter mit ihrer wachsigen Oberfläche die Feuchtigkeit auch während der Wintermonate, wenn das Wasser im Boden gefroren ist und von den Wurzeln nicht aufgenommen werden kann. Wälder nördlicher Breiten machen mit ca. 20 Millionen km² ungefähr 13% der Festlandsfläche der Erde aus.

Sie gedeihen hauptsächlich in Russland – besonders Sibirien,  Nordamerika – vor allem in Kanada und Skandinavien. Die Wälder der nördlichen Breiten  werden als Boreale Wälder bezeichnet. Daher wird die dazugehörige Geozone als Die boreale Nadelwaldzone bezeichnet. Das Wort "Boreal" kommt aus der Griechischen Sprache und bedeutet Gott des kalten Nordwindes.  Deshalb werden die Wälder nördlicher Breiten überwiegend von Nadelhölzern bedeckt, diese passen sich den rauen klimatischen Bedingungen am besten an. Das größte zusammenhängende Waldgebiet gemäßigter und nördlicher Breiten ist die Taiga. Sie erstreckt sich von Skandinavien über Sibirien bis nach Nordamerika. Klimatisch wird dieses Gebiet geprägt durch lange, häufig schneereiche Winter und meist kühle Sommer. Zu den ökologischen Bedingungen zählt in weiten Teilen der Taiga die Bodengefrornes, die mitunter mehrere Monate des Jahres andauern kann. Die biologische Vielfalt der Wälder nördlicher Breiten ist viel geringer als in den Tropenwäldern, einzelne Arten sind jedoch häufig durch eine große Anzahl von Exemplaren vertreten. Einige Wälder nördlicher Breiten enthalten nur vier oder fünf Baumarten, darunter verschiedene Arten von Fichten und Birken.

Aufgrund der enormen Erstreckung der borealen Nadelwaldzone um den gesamten Globus und der Anzahl der unterschiedlichen Klimafaktoren, als auch der unterschiedlichen Entwicklung der Menschen in diesem Gebiet, ist es unmöglich auf alle drei Großräume (Rußland, Nordamerika, Skandinavien) einzugehen. Es soll daher nur der Bereich Nordamerikas, beziehungsweise Kanadas eingegangen werden.

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