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Schulgeschichte

Der Luftangriff auf Dresden am 13./14. Februar 1945 richtete an dem Gebäude und im Schulgelände erhebliche Bombenschäden an. Über 100 Brandbomben waren auf das Haus gefallen, in dem kurzzeitig auch ein Lazarett eingerichtet worden war. Die Aula und beide Turnhallen branden völlig aus. In allen Räumen stand das Lösch- und Regenwasser knöcheltief. Nur dem beherzten Eingreifen des damaligen Hausmeisters ist es zu danken, dass die Schule nicht völlig ausbrannte. An Schulunterricht war vorläufig nicht mehr zu denken. Nach Kriegsende, bereits Mitte Mai 1945, begannen Lehrer und Schüler mit den Aufräumungsarbeiten.

Anfang Juni 1945 konnten die ersten Räume für den Unterrichtsneubeginn an der 45. Volksschule wieder genutzt werden. Ab 1. Okt. 1945 lernten 873 Schüler in 23 Klassen, unterrichtet von 22 Lehrern in zum Teil stark beschädigten, verrußten und verschmutzten Räumen. Die Fenster waren mit Pappe vernagelt, der Parkettfußboden hatte sich durch das Wasser gehoben. Neun der ehemaligen Lehrkräfte wurden bald wegen ihrer politischen Tätigkeit entlassen. Dafür übernahmen 13 so genannte Neulehrer den Unterricht. Sie stammten meist aus pädagogisch fremden Berufen, auch Abiturienten und Kriegsheimkehrer waren unter ihnen. In Fortbildungskursen und späteren Studien qualifizierten sie sich für ihren neuen Beruf. Was ihnen vorerst an pädagogischem Können fehlte, ersetzten die meisten durch Begeisterung , Idealismus und Liebe zu den Kindern. Hungrig , schlecht gekleidet, oft mit schadhaftem Schuhwerk an den Füßen, so saß die neue Schulgeneration in den Zimmern.

An Lehr- und Lernmittel jeder Art war anfangs nicht zu denken. Schulausfall in der kalten Jahreszeit wegen Kohlemangels und Stromabschaltungen war an der Tagesordnung. Und doch berichten Zeitgenossen von dankbaren und aufgeschlossenen Kindern, die gern zur Schule gingen, endlich wieder ohne Angst und Todesnachrichten in den Familien.

Was Wunder, dass mit großer Freude ab dem Schuljahr 1946/47 das tägliche Roggenbrötchen und die Vitamintablette begrüßt wurden. Während all der folgenden Jahre war gleichzeitig ein Hort der Klassen 1-4 untergebracht. Üblich waren in der damaligen Zeit Partnerschaftsbeziehungen mit Schulen anderer sozialistischer Staaten. Im Zusammenhang mit einer Partnerschule aus der ehemaligen CSSR erhielt diese Schule 1952 den Namen "Klement Gottwald".

Bedingt durch die materiellen Mittel der ehemaligen DDR und wegen der Größe des Schulgebäudes, wurde 1948-1963 eine erweiterte Oberschule (EOS) im 2. Stock des Hauses untergebracht. Zahlreiche, jetzt schon Großeltern unserer heutigen Schulgeneration aus dem Wohngebiet, haben diese erste in Reick entstandene EOS besucht. Manche von ihnen halten bis heute als Mitglied des Fördervereins dem Gymnasium die Treue.

1961 wurde die 45. Volksschule polytechnische Oberschule mit den Klassen 1 bis10. Von 1967 bis1988 wurde wiederum im 2. Stock des Hauses eine EOS untergebracht, die den Namen "Bertolt Brecht" trug. So wird verständlich, dass eigentlich 2 nebeneinander laufende Chroniken die Geschichte des Gebäudes bilden. Nach 20 Jahren erhielt die EOS "Bertolt Brecht" in Johannstadt ein eigenes Schulhaus.

1958/59 begann der polytechnische Unterricht. Werkstätten dafür mussten auch in unserem Schulgebäude eingerichtet werden. In den Folgejahren entstand im Patenbetrieb (VEB Elektromat) ein polytechnisches Zentrum. Hierhin wurde ab den 80er Jahren der polytechnische Unterricht verlagert. Die 9. Klassen erhielten Unterricht im dortigen Computerkabinett. Ab 1985 gab es an der Schule Spezialklassen für die russische Sprache.

Im zunehmenden Maße hatte die Schulleitung jedoch im Laufe der Jahre mit materiellen und bautechnischen Schwierigkeiten am und im Hause zu kämpfen. Durch die langjährige Belegung des Hauses mit 40 und mehr Klassen nahmen vor allem bauliche Verschleißerscheinungen zu. Monatelang waren die Aula, 4 Jahre lang die Turnhallen in den 80er Jahren baupolizeilich gesperrt. Dachreparaturen wurden nur provisorisch durchgeführt, die Toiletten waren sanierungsbedürftig, die Rekonstruktion der Heizung allein dauerte über 3 Jahre! Trotz dieser misslichen Umstände waren das Lehrerkollegium (1989 ca. 55 Kollegen) und die Schulleitung eine verschworene Gemeinschaft, wenn es galt, auch bei von außen kommenden Widrigkeiten, vor allem ein Ziel zu verfolgen: den Schülern ein Höchstmaß an fachlichem Wissen zu vermitteln.

 

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