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Klingerpreis

Auf einer Vorstandssitzung des Fördervereins der Max-Klinger-Schule Leipzig am 16. Dezember 1994 wurde der Beschluss gefasst einen "Klingerpreis" für Schülerinnen und Schüler zu stiften, die sich im Besonderen für die Entwicklung der Schule im Sinne des Leipziger Künstlers Max Klinger engagieren.

Klingerpreisträger

1995: Melanie Schröder
1996: Anke Holzmann
1997: Gerlinde Meyer
1998: Santina Koj
1999: Michaela Fitzl, Silvio Schäfer, Stefan Sorge
2000: Alexander Frohberg
2001: Christine Strecha, Luise Meilke
2002: Winni Kunzemann
<LINK 168>2003: Susann Knöfler</LINK>, Ulrike Metzler, Emilia Stoyanova
2004: Anne Jurisch
<LINK 136>2005: Catarina Müller</LINK>
2006: Max Lillack, Atilla Toth, Oliver Haas, Ursula Brückner
2007: Andreas Hübner
2008: Cathleen Kämpfe, Lisa Wilfert
2009: David Goltz, Steffen Jurahn

Laudatio für Steffen Jurahn und David Goltz am 19.03.09

„Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Erfolg."

Wenn es so ist, wie der englische Schriftsteller Oscar Wilde sagte, dann müssen die beiden Personen, die wir heute ehren wollen, besonders unzufrieden gewesen sein. Als sie am Anfang des Schuljahres – hoffentlich bester Laune - in ihr Amt gewählt wurden, waren sie sich der damit verbundenen Verantwortung vielleicht gar nicht bewusst. Der Wunsch, etwas zu tun, etwas zu verändern, ihre Rechte und Pflichten als Sprecher dieser Schule wahrzunehmen und sie, in dieser Funktion, nach außen zu vertreten war größer als jede Überlegung, ob es denn in Anbetracht des anstehenden Abiturs vernünftig sei, diese Aufgabe zu übernehmen. Wollen wir hoffen, dass diese Entscheidung die Zukunft der beiden nur zum Vorteil beeinflusst.

Doch was tut ein Schülersprecher eigentlich?

Klar, ein Schülersprecher organisiert. Er leitet den Schülerrat und damit die Interessenvertretung der Schülerschaft. Interessenvertretung... ein Interessantes Synonym für „vermitteln“ „streiten“ „arrangieren“ und „Kompromisse finden“.

Ein Schülersprecher verhandelt. Er verhandelt nicht nur mit Schulleitung und Lehrerschaft, nicht nur mit Schülern und Elternrat, sondern auch mit externen. Je nachdem, wie gut er das tut wird er der Schule Vorteile bringen – und damit mein ich nicht nur Pfannkuchen zum Schulfest -, oder sie in Verruf bringen. Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein, Überzeugung und ein gesundes Maß an Selbstsicherheit sind die Schlüssel zum Erfolg, womit wir wieder die Brücke geschlagen hätten.

Erfolg... Laut Woody Allen ist das Geheimnis des Erfolgs, anders zu sein als andere. Anders zu sein heißt, sich auszuzeichnen. Anders zu sein heißt, aufzufallen. Wenn ich mich an dieser Schule Tag für Tag umschaue, fällt mir vieles auf, im positiven, wie im negativen Sinne des Wortes. Auffallen wiederum bedeutet viel zu oft, besonders laut oder besonders schrill zu sein. Dies, meine Damen und Herren, Schülerinnen und Schüler, sind die beiden Preisträger des heutigen Abends mit Sicherheit nicht.

Besonnenheit und Beständigkeit, Kompromissbereitschaft und Kreativität, Ausdauer und Aufgeschlossenheit, dies zeichnet dieses Duo aus.

Nun will ich mir es nicht nehmen lassen, die beiden eingehender vorzustellen.

Den einen hätte ein gewisser Altbundeskanzler sicher, und diesmal absolut zurecht als „lupenreinen Demokraten“ bezeichnet.

Schon früh dem Jugendverband der Partei des eben erwähnten Politikers beigetreten, engagiert er sich seit Jahren für grunddemokratische Problemfragen, wobei vor allem seine Bemühungen gegen jedweden Rechtsextremismus hervorzuheben sind.

Ohne sich zu beschweren – und damit im Unterschied zu so manchen Berufspolitiker - arbeitet er Anträge aus, mit Eifer und Ernsthaftigkeit trifft er Entscheidungen. Zuverlässig knüpft er wichtige Kontakte und offenherzig sucht er Gespräche. Und dabei tut er auch das, was jeder gute Politiker tut: Er redet. Und wenn er dies viel und ausschweifend tut – und das wird ihm tatsächlich nachgesagt - dann kann das doch eigentlich nicht so schlecht zu bewerten sein.

Aber auch abseits dieser Verpflichtungen weiß er zu überzeugen, sei es als Schul- und Freizeithistoriker, als energischer Schiedsrichter oder als Fussballspieler. Nun würde sich an dieser Stelle eine gewisse Fussballmetaphorik sicher anbieten, doch möchte ich Sie heute davon verschonen. Nur so viel sei an dieser Stelle gesagt: Ein Teamplayer ist er auf jeden Fall. Bereit, einzuspringen, wenn der andere schwächelt und dort Verantwortung zu übernehmen, wo es notwendig ist.

Würde man über den anderen sagen, er hätte langfristig auf das Ziel, stellvertretender Schülersprecher zu werden hingearbeitet, wäre das sicherlich nicht ganz richtig.

Nach einem kurzen Intermezzo als Klassensprecher in der fünften Klasse – was wohl auf seine Fertigkeiten, andere in kürzester Zeit von seiner Zuverlässigkeit zu überzeugen, hinweist – zog er sich aus der aktiven Schulpolitik weitestgehend zurück und wandte sich verstärkt außerschulischen Tätigkeiten zu.. Nachdem sich bereits in Grundschulzeiten seine Affinität zur deutschen Sprache zeigten und erste Projekte in Angriff genommen wurden – im Übrigen ein prämiertes Sachbuch über die menschliche Sexualität -, vertiefte sich diese Leidenschaft des Schreibens in den folgenden Jahren, was von mehreren Lesungen bei der Leipziger Buchmesse und diversen Auszeichnungen, wie dem sächsischen Jugendkunstpreis gekrönt wurde.

Den Höhepunkt dieser, zumindest – oder ausschließlich? - außerschulischen Erfolge, markiert mit Sicherheit die Prämierung beim Treffen Junger Autoren im letzten Jahr, einem Bundesweiten Wettbewerb.

Doch auch in der Schule wusste er aufzufallen, und das mit guten Leistung in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern – und durch gewagte Out-Fits.

Dies ist ein Punkt, auf den ich nicht weiter eingehen will, doch vielleicht werden sich einige noch an den Weihnachtsmannmantel erinnern, den er einst, im Hochsommer, als Hosenersatz nutze.

Eines soll diese Anekdote zeigen: Wenn er etwas will, dann tut er es gegen alle Widerstände.

Und ohne Rücksicht auf unser aller Geschmackssinn.

Perfekt sind beide vielleicht nicht, aber das müssen und sollen sie nicht sein. „Perfektion ist Lähmung“ hatte bereits Winston Churchill gesagt, und so ist es nur gut, dass beide vielleicht Fehler haben, sich gegenseitig aber bereichern und ergänzen können.

Wo der eine ausschweift, haut der andere auf den Tisch. Wo der eine den Überblick verliert, weist der andere ihn dezent darauf hin. Wo der eine etwas nachlässig wird, springt der andere in die Bresche.

Durch diese Dynamik waren die beiden in der Lage, viele Dinge parallel anzugehen. Mit Engagement und Zielstrebigkeit schärften sie mit dem Extremismusprojekt das antifaschistische Profil unserer Schule. Mit Kontaktfreudigkeit und Durchsetzungsvermögen brachten sie das sogenannte „Erstwählerprojekt“ in Gang. Mit großem Kraft- und Zeitaufwand haben sie, außerschulisch, Kontakte geknüpft und mit viel Ausdauer die Geschäftsordnung des Schülerrates reformiert und damit wiederum viele Klassen- und Kurssprecher zu erhöhter Aktivität angetrieben.

Und nicht zuletzt: Mit Hilfe einiger Lehrer organisierten sie eines der amüsant-esten Schulfeste und zögerten auch nicht, das, was sie an Würde hatten beim Karaoke gegen einige Minuten Spaß einzutauschen.

Es ist die Kombination dieser, mitunter sehr unterschiedlichen, aber sicherlich außergewöhnlichen Charaktere, die die Arbeit der beiden so erfolgreich werden lässt. Es sind zwei Temperamente, zwei Lebensstile mit verschiedenen Vorstellungen und Zielen. Dass dies so funktioniert, liegt nicht nur an der Professionalität der beiden, sondern vor allem an vielen Schnittpunkten, die sie aufweisen. Dies ist ein Glücksfall und so kann man eigentlich dem Schülerrat zu dieser Wahl nur beglückwünschen.

Und so kann die logische Konsequenz nur sein, dass wir heute, an diesem Abend einen Preis an beide gemeinsam vergeben, ein Duo, das besser funktioniert, als es Helmuth und Loki Schmidt je getan haben. Hiermit möchte ich nun unserem Schülersprecher David Goltz und seinem Stellvertreter Steffen Juhran im Namen der Max-Klinger-Schule herzlich zum Preis des Schülerrates gratulieren.

 

David Goltz & Steffen Jurahn