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Max- Klinger- Biografie

"Die blaue Stunde"

Seit 1929 trägt unsere Schule den Namen des berühmten Künstlers. Allen, an seiner Biografie Interessierten, möchten wir hier einen kleinen Überblick geben.

Max Klinger wurde am 18. Februar 1857 als zweiter Sohn eines Leipziger Seifenfabrikanten geboren. Seinen ersten Zeichenunterricht erhielt er in der Sonntagsschule. Nach dem Abschluss der Realschule begann die künstlerische Ausbildung 1874 in Karlsruhe, später Berlin, München und Paris. Der Aufenthalt in Rom, wo er von 1888 bis 1893 lebte und besonders von Arnold Böcklin beeinflusst wurde, prägte im besonderen Maße seine künstlerische Entwicklung. Hier vollendete er auch "Die blaue Stunde" (Eine Kopie dieses Ölgemäldes befindet sich in unserer Schule.).

Klinger trat in erster Linie durch virtuose Radierungen ("Eva und die Zukunft", 1880; "Paraphrase über den Fund eines Handschuhs", 1881) in Erscheinung, aber auch durch großformatige Gemälde mit allegorischen Themen aus der antiken und christlichen Vorstellungswelt ("Das Urteil des Paris", 1886-1887, Kunsthistorisches Museum, Wien).

"Ich lebe in mir und wandele durch Reflexe meiner Augen: Gaslicht - Spiegel - Menschen."

Klinger, der diesen Satz 1883 in sein Tagebuch schrieb, sog seine Umgebung durch die Augen ein.

Die Malerei war nach seiner Ansicht das Mittel, die "äußere Welt" festzuhalten. Phantasie ließe sich nur in der Zeichnung und Radierung ausdrücken. In diesem Sinn arbeitete Klinger mit beiden Techniken, welchen er eine weitere Begabung hinzufügte, die Bildhauerei.

Außen- und Innenwelt reizten ihn gleichermaßen, und er sah sie stets als Gegensätze.

"Beethoven"

Nach seiner Rückkehr nach Leipzig bezog Max Klinger 1896 ein eigenes Haus in Plagwitz.

1897 wurde er Professor an der Akademie der Graphischen Künste in Leipzig. Weitere Anerkennung drückte sich in der Wahl zum Ordentlichen Mitglied der Akademien in München und Berlin und zum Korrespondierenden Mitglied der neugegründeten Wiener Sezession aus.

1898 lernte Klinger die Wiener Schriftstellerin Elsa Asenijeff kennen, die 15 Jahre lang sein Modell, Lebensgefährtin und Mutter seines einzigen Kindes war.

In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts wandte sich Klinger verstärkt der Bildhauerei zu und schuf ausdrucksstarke Skulpturen aus verschiedenfarbigen Materialien, besonders Marmor, Elfenbein und Alabaster."Die neue Salome" und "Kassandra" gehören zu ihnen.

1902 vollendete er seine Arbeit an "Beethoven". Das 3,1m hohe Monument wurde zum Ausstellungsmittelpunkt der Wiener Sezession, vom Leipziger Museum der Bildenden Künste erworben und als Dauerleihgabe dem Leipziger Gewandhaus zur Verfügung gestellt.

"Nietzsche"

Bis circa 1915 schuf er noch weitere Werke, wie das im zweiten Weltkrieg zerstörte Wandgemälde für die Aula der Leipziger Universität, Büsten von Liszt, Nietzsche und Wagner, Denkmäler von Johannes Brahms und Ernst Abbe, sowie graphische Arbeiten.

Ehrendoktorwürden verschiedener Universitäten, Ehrenmitgliedschaften in- und ausländischer Akademien, Ordensverleihungen und Titel zeigen Klinger auf der Höhe seines Ruhmes.

Nach einem Unfall im Leipziger Atelier und einem Schlaganfall siedelte Klinger auf sein Grundstück nach Großjena bei Naumburg über. Wenige Monate zuvor hatte er sein Modell Gertrud Bock geheiratet.

Am 4. Juli 1920 stirbt Max Klinger.