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13.01.15 09:24

NoLegida

Neu: Kolumne von Frau Gerhardt








Töne wie "Abendland", "Volksverräter" oder "Lügenpresse", die leider auf den Pegida-Demonstrationen in Dresden immer zu hören sind, konnten auf Grund der zehntausenden Gegendemonstranten in Leipzig nicht vom Ableger "Legida" zum Ausdruck gebracht werden.
Auch Schüler, ehemalige Schüler, Eltern und Lehrer unserer Schule bezogen gestern eindeutig Position für Weltoffenheit und gegen Fremdenfeindlichkeit.
Der Oberbürgermeister unserer Stadt, Burkhard Jung, erhielt besonders auf seine Äußerung "Wir sind eine Stadt für Menschenrecht, für das Recht auf Asyl, für Demokratie, für Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit" großen Beifall von den Demonstranten.
Entlang der Legida-Marschroute im Waldstraßenviertel öffneten viele Anwohner ihre Fenster und beschallten die Straßen mit Beethoven «Ode an die Freude»

Wir würden uns freuen, wenn am nächsten Montag (19.01.2015) noch mehr Schüler, Lehrer und Eltern für eine weltoffene Stadt der Vielfalt, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen die Parole "Islamisierung des Abendlandes" demonstrieren würden.

Autoren: Vorstand des Fördervereins Max-Klinger-Schule e.V. und des Schülerrates
Fotos: Kerstin Bräuer, Jürgen Schuster

Hiermit veröffentlichen wir eine Weihnachtskolumne von Frau Uta Gerhardt (Schulpfarrerin und Kollegin unserer Schule) vom 19.12.2014, die nicht an Aktualität verloren hat:
Auf Herbergsuche
In wenigen Tagen werden sie wieder unterwegs sein und an viele Türen vergeblich klopfen: der Zimmermann Joseph und die hochschwangere Maria. Die Herbergssuche ist ein beliebtes Motiv in vielen Krippenspielen am Heiligabend. Wer genau hinhört und – schaut, merkt, dass es da nicht bloß um volkstümliches Kinderspektakel geht. Diese Stücke wollen die Zuschauer einbeziehen. Wie verhalte ich mich, wenn es plötzlich klopft und wildfremde Menschen um Hilfe und ein Nachtlager bitten? Bin ich dann auch so schroff und abweisend? Oder habe ich Erbarmen mit der Not dieser Menschen? Und bin ich bereit, in diese Frage auch Gott einzubeziehen? Das Jesuskind, der Gottessohn, will bei mir, bei uns zur Welt kommen! Kann ich Gott, kann und will ich Jesus einfach die Tür vor der Nase zuschlagen?
Wir singen oder hören in diesen Tagen immer wieder die alten Advents- und Weihnachtslieder: Komm, o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Oder: Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir? Nehmen wir – so wie wir Weihnachten feiern – wirklich wahr, wovon die Weihnachtsgeschichte und –lieder erzählen?
Seit mehreren Wochen gehen montags in Dresden und andernorts und wohl auch bald in Leipzig tausende Unzufriedene auf die Straße, um gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlandes zu protestieren. Maria und Joseph hätten bei diesen Protestbürgern keine Chance. Wer sich aber von Flüchtlingen ihr Schicksal erzählen lässt, erkennt, wie nah die Geschichte des Jesuskindes vor 2000 Jahren an unserer Gegenwart ist. Es ist immer wieder das gleiche Flüchtlingselend, die gleiche Kälte und Härte.
Der Dichter Werner Bergengruen hat vor gut 70 Jahren sein Kaschubisches Weihnachtslied gedichtet, in dem er die üppigen Weihnachtsbräuche seiner baltischen Heimat beschreibt. Wärst du, Kindchen, wärst du doch bei uns geboren!, so lautet der Kehrvers. Am Anfang klingt es mitleidig, fast ein wenig herablassend, als hätte sich Gott mit Bethlehem den falschen Ort für seine Menschwerdung ausgesucht. Doch wie nebenbei wird deutlich: Ja wäre das Jesuskind tatsächlich hier geboren, dann gäbe es keinen Hass, keine wilden Saufereien und Schlägereien mehr. Wärst du, Kindchen, wärst du doch bei uns geboren! Ach, wärst du doch in Leipzig oder Dresden, jedenfalls in Sachsen, geboren! Dann gäbe es keine wütenden Montagsaufmärsche gegen alle Fremden, keine Schweinsköpfe vor muslimischen Gemeindehäusern, keine Hasstiraden.
Doch Gott will ja bei uns geboren werden! Gerade jetzt. Damit das spürbar wird, ist das mindeste, was wir tun können, die Flüchtlinge bei uns gastfreundlich aufzunehmen und die akute Not zu lindern. Stellen Sie sich einfach vor, es sind Maria und Joseph. Was wir diesen Menschen tun, diesen geringsten Brüdern und Schwestern unseres Heilands, der nicht nach Religion, Kultur oder Nationalität fragt, das tun wir ihm – Jesus – an. Das ist die vielbeschworene Tugend der christlichen Nächstenliebe. Und die ist gewiss das beste Mittel gegen den Untergang bzw. die Islamisierung des (einst christlichen) Abendlandes.


 

 






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