Methode 8 – Konfliktschaubild
Grundidee
Jeder kann über seinen Konfliktstil nachdenken und zum Ausdruck bringen, welche Einstellungen er hat und wie er sich in verschiedenen Situationen verhält.
vgl.: K. W. Vopel, 2001, S. 46
Durchführung
- Kündigen Sie an, dass es in dieser Übung darum geht, wie die Gruppenmitglieder auf Konflikte reagieren.
- Im Raum wird eine Linie markiert – z. B. mit Hilfe von Klebeband -, deren Endpunkte ein Maximum bzw. ein Minimum repräsentieren. In der Mitte ist die neutrale Position.
- Die Teilnehmer stellen sich so auf die Linie, dass die gewählte Position die vom Gruppenleiter gestellte Frage beantwortet.
- Wenn die Frage z. B. heißt: Verbringst du deinen Urlaub gern an der See?, dann gehen all die erklärten Wasserfreunde an das als Maximum bezeichnete Ende der Linie und alle anderen nehmen die Plätze auf der Linie ein, die ihrer Wertschätzung eines Urlaubs am Meer entsprechen.
- Wer überhaupt nicht gern am Meer Urlaub macht, stellt sich an das entgegengesetzte Ende. Wer das Meer genauso liebt wie die Berge, stellt sich in die Mitte usw.
- Weitere Beispiele können sein: Ist Folter unter gewissen Umständen gerechtfertigt? Sollen entführte Flugzeuge abgeschossen werden? usw.
- Mit folgenden Fragen können Sie verschiedene Aspekte des Umgangs mit Konflikten beleuchten:
- Gehst du Konflikten gern aus dem Weg?
- Genießt du es, ein Streitgespräch zu führen?
- Siehst du häufig bei Talkshows zu?
- Wie sehr schätzt du es, aus einem Streitgespräch als Sieger hervorzugehen?
- Unterhältst du dich gern mit Menschen anderer Nationalität?
- Nimmst du oft eine Führungsposition ein?
- Wie ernst, glaubst du, nehmen andere deine Meinung?
- Kommst du in Streitgesprächen normalerweise zu einer guten Lösung mit dem Partner?
- Glaubst du, dass Wettbewerb dich zu höheren Leistungen anspornt?
- Genießt du es, wenn du besser bist als andere?
- Wie schwer/leicht fällt es dir, andere um Hilfe zu bitten?
- Trittst du für deine persönliche Überzeugung ein, auch wenn deine
Gesprächspartner anderer Meinung sind?
- Hegst du lange Zeit Rachegefühle, wenn andere dich verletzt haben?
- Arbeitest du gern mit anderen zusammen?
- Arbeitest du lieber allein?
- Glaubst du, dass du ein wichtiges Mitglied dieser Gruppe sein kannst?
- Glaubst du, Talent zur Lösung von Konflikten zu haben?
- Bist du bereit, anderen zu verzeihen, die dir Unrecht angetan haben?
- Hast du Schwierigkeiten, dich zu entschuldigen?
- Hast du ein aufbrausendes Temperament?
- Kannst du leicht die Empfindlichkeiten anderer Menschen erahnen?
- Gönnst du dir eine kreative Pause, wenn du merkst, dass du dich sehr ärgerst?
- Hast du in dieser Übung etwas Neues über dich erfahren?
- Die Teilnehmer beantworten jede Frage, die ihnen gestellt wird, indem sie eine Position auf der Linie einnehmen, die ihre Präferenzen zum Ausdruck bringt. Dabei ist es den Teilnehmern freigestellt, sich hintereinander auf die Linie zu stellen oder auch nebeneinander.
- Die Fragen sollen spontan beantwortet werden, ohne großes Überlegen. Darum dürfen die Teilnehmer auch nicht zuviel Zeit haben, um über ihre Antworten nachzudenken.
- Um möglichst unbefangene Reaktionen zu provozieren, sollten bedeutsame mit harmlosen Fragen gemischt werden. Auf diese Weise wird es möglich, dass die Teilnehmer selbst von Zeit zu Zeit über ihre Reaktionen auf eine Frage erstaunt sind.
- Nach jeder Runde gibt es einen kurzen Reaktionsaustausch.
- Die abschließende Auswertung sollte folgende Fragen behandeln:
- Wer hat etwas Überraschendes über sich selbst entdeckt?
- Wer stand häufiger mit denselben Gruppenmitgliedern zusammen?
- Wer stand meist mit anderen Gruppenmitgliedern zusammen?
- Stand jemand einmal allein mit relativ großem Abstand zu den anderen auf der Linie? Was war das für ein Erlebnis?
- Wie hat den Teilnehmern diese Technik gefallen, psychologische Fragen durch physische Aktionen zu beantworten?
- Welche Aspekte des Themas haben die Neugier der Teilnehmer besonders geweckt?
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