Riquethaus

Eine architektonische Sonderstellung unter den Geschäftshäusern der Innenstadt nimmt das 1908/09 erbaute Messehaus der Firme Riquet & Co. ein, die schon 1745 gegründet worden war. Neben Kakao, Schokolade, Pralinen und Waffeln aus eigener Produktion handelte man mit Japan-, China- und Orientwaren. Besondere Tradition hat der Riquet-Tee. Diese Handeltradition griff der leipziger Architekt Paul Lange beim Neubau nach der Jahrhundertwende auf und schuf einen eigenständigen Bau, dessen Dachgestaltung allerdings im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Paul Lange bediente sich ostasiatischer Motive, wie sie in der dekorativen Phase der Stilkunst der Jahrhundertwende gern verwendet wurde. Auf diese Weise setzte der Architekt die bis ins 18. Jh zurückreichende Handeltradition der Firma bildkünstlerisch um. Das einst die Fassade akzentuierende doppelstöckig geschweifte Dachtürmchen über der konvexen Eckausbildung schien der klassischen chinesischen Baukunst entlehnt zu sein. Mehrere jugendstilige Mosaikarbeiten, die übrigens in Leipzig ausgesprochen selten anzufinden sind, dekorieren mit werbendem Charakter die Fassade (Beschriftungen, Brüstungsfelder, Pfeiler, das Hauptgesims und der Rundgiebel über der Ecke) hier findet man einen Pfau und einem Chinesen im bunten Gewand dargestellt. Zwei kupfergetriebene Elephantenköpfe an der Eingangstür stellen das Markenzeichen der Firma dar.

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